Wie die Dorn-Breuß-Therapie einen ungläubigen Thomas bekehrte
Die Dorn-Breuss-Therapie ist im Raum Passau noch relativ unbekannt. 1999 bin ich für meine erste Ausbildung in Dorn-Breuss noch bis nach Ulm gefahren, näher wurde keine Ausbildung angeboten. Und ich wollte doch unbedingt diese Methode erlernen, von der mein Heilpraktiker behauptete: „Seit ich die Dorn-Methode kenne, mache ich keine Chiropraktik mehr.“
Mein zweites Seminar fand in Amtszell statt, direkt bei Herrn Dorn selbst. Später machte ich nochmal ein Seminar in Regensburg mit. Der Weg, war er noch so weit, hat sich jedes Mal gelohnt. Die Methode Dorn ist ein Grundpfeiler in meiner Praxis. Menschen kommen von weit her, um sich von mir „nach Dorn“ behandeln zu lassen. Jahrelange Rückenschmerzen verschwinden, Wirbelsäulenfehlstellungen bei Kindern werden gerichtet, meist geht auch die Seele des Betreffenden nach einer Dorn-Behandlung aufrechter.
Seit dem Jahr 2002 leite ich Dorn-Breuss-Seminare in der Region Passau. Und was ich da so alles erlebe, möchte ich in diesem jArtikel erzählen.
Bei einem meiner ersten Seminare befinden sich zwei Physiotherapeuten unter den Schülern. Die beiden Herren betrachten mich von Anfang an sehr kritisch. Ernsten Blickes verfolgen sie meine theoretischen Ausführungen am Anfang des Seminars. Mir wird es abwechselnd heiß und kalt, aber so leicht lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen. Meine vier Kinder haben da großartige Vorarbeit geleistet.
Richtig nett wird es dann bei meiner Demonstration der Beinlängenmessung nach Dorn. Die Blicke der beiden Herren werden immer kritischer, bis einer von ihnen rausplatzt: „Also so was von unprofessionell habe ich noch nie erlebt, so kannst du doch die Beinlängen nicht messen, das geht doch ganz anders! Und korrigieren kannst du sie so schon gar nicht. Welche Schau ziehst du denn hier ab?“
So, da stehe ich nun unter den prüfenden Blicken der 14 anderen Kursteilnehmer. Ich bin Heilpraktikerin und keine Physiotherapeutin, habe also keine Ahnung, wie eine professionelle Beinlängenmessung in der Physiotherapie aussieht. Ob das nach physiotherapeutischen Richtlinien überhaupt möglich ist, was Dorn über die Messung und Korrektur unterschiedlicher Beinlängen sagt, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass Menschen, die ständig Schmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich hatten, nach einer Dorn-Therapie und der Hausaufgabe der täglichen Beinlängenkorrrekturübung vor dem Einschlafen plötzlich schmerzfrei sind und auch bleiben. Und das allein zählt für mich. Die wissenschaftliche Begründung interessiert mich nicht. Genau das erkläre ich meinen beiden „Lieblingsschülern“. Sie lassen mich weiterarbeiten, wenn auch die Blicke immer kritischer werden.
Natürlich hält auch das Einrichten der einzelnen Wirbelkörper einer physiotherapeutisch-wissenschaftlichen Überprüfung nicht statt. Hin und wieder schnappe ich geflüsterte Worte auf ähnlich wie: „Sind wir im falschen Film hier?“
Als der erste Tag des Seminars zu Ende geht, bin ich mehr als froh. Recht viel freundlicher schauen meine beiden Kritiker immer noch nicht drein. Beim Abschlussgespräch des ersten Tages meinen die beiden dann, sie wollten „Dorn“ ausprobieren, könnten sich zwar nicht vorstellen, dass die Therapie halten kann, was ich verspreche, aber schließlich verdient jeder eine Chance.
Die Breuss-Massage am nächsten Tag – natürlich lässt der physiotherapeutisch-wissenschaftliche Einspruch nicht lange auf sich warten. Massieren auf den Dornfortsätzen, das wiederspräche allem, was man als Masseur lernt. Mittlerweile habe ich für mich einen Weg gefunden, mit den beiden umzugehen. Ich erkläre, sie hätten vermutlich recht, aber die Breuss-Massage sei eben so und nicht anders. „Ihr werdet euch jetzt gegenseitig massieren, achtet unvoreingenommen auf euerr Gefühl und bildet euch dann ein Urteil über diese etwas andere Art zu massieren“.
Und dann die Überraschung: Die beiden „breussieren“ ihre Partnerinnen mit einer Hingabe, dass ich den Damen nur neidig sein kann. Beide haben kein Problem mehr mit sanften Strichen und viel Öl über die Dornfortsätze zu gehen und die Damen unter ihren Händen scheinen überhaupt keine Probleme mehr zu haben. Es sieht so aus, als wären sie im Himmel, als ich sie anspreche, reagieren sie nicht.
Die Gesprächsrunde am Sonntagabend zum Abschluss des Seminars fällt dann doch schon etwas positiver aus. Ganz der falsche Film sei es vermutlich doch nicht gewesen, meinen die beiden. „Wir werden Dorn und Breuss gleich morgen in der Praxis ausprobieren und dann werden wir ja sehen, ob es stimmt, was du sagst!“
Ich bin froh, dass ich dieses Seminar hinter mir habe. Auf der Heimfahrt unterziehe ich meine Qualifikation als Dorn-Breuss-Kursleiterin einer eingehenden Prüfung und frage mich, ob das wirklich meine Bestimmung ist.
Die ganz große Überraschung, die alle an mir nagenden Zweifel mit einem Mal über den Haufen wirft, kommt am Mittwochabend in Gestalt eines Telefonanrufs von einem der beiden Physiotherapeuten: „Hut ab vor dir und vor Dorn und Breuss!“, sagt er gleich zur Begrüßung. „Es ist phantastisch, was ich die letzten drei Tage erlebt habe! Ich kann es zwar nicht verstehen und auch nicht wissenschaftlich begründen, aber die Dorn-Therapie funktioniert unvorstellbar gut. Ich bin begeistert!“
Er entschuldigt sich dafür, dass er mir das Leben als Seminarleiterin so schwer gemacht hat und sagt zum Schluss des Gespräches: „Mach weiter, du bist eine super Seminarleiterin und wenn du einmal wieder eine neue Therapie unterrichtest, die ebenso gut ist wie die Dorn-Therapie, dann sag es mir, ich bin dabei!“
Nun, das wird schwierig. Eine Therapie, die so einfach und zugleich so unglaublich wirksam ist, gibt`s nur einmal: Die Dorn-Therapie!
Praxisseminar: Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuss
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