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Ernährung bei Darmpilzen

Immer mehr Menschen sind heute von Pilzerkrankungen des Verdauungstraktes betroffen. Während Pilzbefall der Haut oder der Schleimhäute zumeist recht problemlos erkannt und behandelt werden kann, kommt dem Thema Darmpilze bisher hingegen relativ wenig Aufmerksamkeit zu. Betroffene müssen daher häufig viel Zeit und Geduld aufbringen, bis sie - vorrangig im Bereich der Naturheilverfahren -  eine entsprechende Behandlung erfahren. Diese Situation mag unter anderem darin begründet sein, dass viele Behandelnde keine Zusammenhänge zwischen den auftretenden Symptomen und einer möglichen Darmpilzerkrankung sehen – denn diese können äußerst vielfältig und in Bezug auf Auftreten und Ausmaß individuell sehr verschieden sein. So zeigen sich neben den vordergründigen Symptomen wie Durchfall, Verstopfung und Blähungen eine Vielzahl unspezifischer Symptome wie z.B. Migräne, Hautprobleme, Gelenkbeschwerden, Allergien, Müdigkeit und / oder Schwindelgefühl.

Ausschlaggebend für eine Pilzerkrankung des Darms ist in den meisten Fällen der Hefepilz Candida albicans. Dieser führt jedoch nicht generell zu Beschwerden, denn Candida finden sich in geringer Anzahl ebenso im Darm gesunder Menschen und bringen bei einem intakten Abwehrsystem keinerlei Beeinträchtigung mit sich. Problematisch wird es erst dann, wenn sich die Pilze stark vermehren und dadurch gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen.

Das Wachstum der Hefepilze kann dabei u.a. durch die langfristige Einnahme von Antibiotika oder anderen Medikamenten wie z.B. Cortison verursacht werden, zudem existiert eine Reihe von Abwehrschwächen und Grunderkrankungen wie z.B. Diabetes, Rheuma und Arthritis, die eine Pilzinfektion begünstigen können. Neben diesen Faktoren birgt nicht zuletzt auch eine Mangel- oder Fehlernährung das Risiko, an einer Pilzinfektion zu erkranken.

Dementsprechend ist eine gute Ernährung eine entscheidende Voraussetzung für ein funktionsfähiges Abwehrsystem und damit für die Einschränkung des Pilzwachstuns und den Aufbau sowie die Stabilisierung einer gesunden Darmflora.

Was heißt „gute Ernährung“?

Ziel bei der täglichen Ernährung sollte es also sein, eine gesunde Darmflora aufzubauen bzw. zu erhalten und den Darm soweit „sauber“ zu halten, sodass für Pilze schlechtere Lebensbedingungen herrschen und diese keine Möglichkeit mehr haben, sich stetig zu vermehren. Da sich Hefepilze in erster Linie von Zucker bzw. Kohlenhydraten ernähren, ist es bei einer Darmpilzerkrankung empfehlenswert, „einfache“, leicht resorbierbare Kohlenhydrate – also solche, die schnell vom Körper aufgenommen werden und ins Blut gelangen -  weitestgehend vom Speiseplan zu streichen. Dazu zählen jedoch nicht nur der „direkte“ Zucker in seinen verschiedenen Erscheinungsformen (Haushaltszucker, Traubenzucker, Kandis, Malzzucker, Fruchtzucker etc.) und klassische Süßigkeiten (Schokolade, Bonbons, Lakritze etc.), sondern auch süße Brotaufstriche (z.B. Nuss-Nougat-Creme, Marmelade, Honig oder Zuckerrübensirup), zuckerhaltige Speisen (Kuchen, Torte, Kekse etc.), Weißmehlprodukte (z.B. helle Brotsorten, Brötchen, Toast), Obstsäfte bzw. gesüßte Getränke (Cola, Limonaden etc.), süßes Obst (Fruchtzucker!) sowie Alkohol (Bier, süße Weine, Sekt, gezuckerte Spirituosen etc.).

Stattdessen sollte während einer Darmpilzerkrankung - und auch darüber hinaus -  eine vollwertige, ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung angestrebt werden, da durch diese eine intakte Darmflora begünstigt wird und dadurch wiederum Pilze keine Chance mehr haben, sich anzusiedeln.

Dementsprechend sollten Vollkornprodukte (Brot, Brötchen, Getreide, Nudeln, Naturreis), Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen, Soja etc.) sowie Salat und Gemüse jeglicher Art täglich verzehrt werden, wobei insbesondere rohes Kohlgemüse, Radieschen, Rettich und Porree nachweisbar eine hohe Anti-Pilz-Wirkung haben.

Neben ausreichend Gemüse gehört auch Obst zu einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung: Da es sich jedoch empfiehlt, bei einer Pilzinfektion Fruchtzucker möglichst zu vermeiden, sollte auf süße Früchte (z.B. Ananas, Bananen, Kirschen, Birnen, Pflaumen etc.), Trockenfrüchte und gezuckerte Obstkonserven verzichtet werden und dafür häufiger säuerliche Äpfel, Zitronen und Grapefruit im Einkaufskorb landen.

Ebenso sollten im Falle einer Pilzerkrankung täglich Nahrungsmittel auf dem Plan stehen, die Milchsäure und Milchsäurebakterien enthalten (z.B. Käse, Buttermilch, Sauerkraut, Kefir, saure Sahne, Naturjoghurt, Dickmilch), denn diese unterstützen den Aufbau einer gesunden Darmflora.

Zur Ergänzung und zum  „Aufpeppen“ der Gerichte ist es ratsam,  regelmäßig und großzügig Kräuter, Knoblauch, Bärlauch, Meerrettich und Zwiebeln zu verwenden, da die in diesen Nahrungsmitteln enthaltenden ätherischen Öle desinfizierend und pilzhemmend wirken.

Im Bereich Fleisch gilt, was auch oftmals generell  für eine gesunde Ernährung postuliert wird: In Maßen ist (fast) alles erlaubt. So ist gegen den Verzehr von magerem Fleisch und Geflügel sowie magerer Wurst ohne Zuckerzusatz nichts einzuwenden, sofern dieses nicht unbedingt jeden Tag und in rauen Mengen auf dem Teller liegt und bei der Zubereitung auf Mehl oder Panade verzichtet wurde.

Fisch und Schalentiere können mit Ausnahme von geräucherter Ware und Konserven ebenso unbedenklich in den Speiseplan aufgenommen werden. Hier werden zwei Portionen pro Woche empfohlen, denn die enthaltenden Omega-3-Fettsäuren wirken sich positiv auf das Immunsystem aus und wirken zudem entzündungshemmend.

Da neben dem Essen natürlich auch das „richtige“ Trinken Voraussetzung für eine intakte Darmgesundheit ist, sollte -  wie bereits erwähnt - bei einer Pilzerkrankung anstelle von allgemein gesüßten Getränken wie Cola oder Limonaden, Obstsäften und Alkohol (insbesondere Bier, süßem Wein und gezuckerten Likören) auf jeden Fall Wasser, Kräuter- und> Früchtetees, Gemüsesäfte, Schwarztee und Kaffee vorgezogen werden.

Tipp: Nach dem Essen ist im Falle einer Darmpilzerkrankung auch die Mundhygiene besonders wichtig, denn von Karies befallene Zähne, Zahnstein, Zahnfleischtaschen und Prothesen bilden einen idealen Lebensraum für Pilze und können somit eine ständige Wiederkehr der Infektion begünstigen. Um hier effektiv vorgehen zu können, ist es sinnvoll, die Zahnbürste regelmäßig alle 4 Wochen auszuwechseln und die Zähne außerdem regelmäßig überprüfen zu lassen.


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